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15.08.2007
Kamst dir vor wie im Knast
(Quelle: SVZ vom 15.08.2007)

Im Juni und Juli schlug Stefan Nimke seine Zelte rund 150 Kilometer südwestlich von Tokio in der Provinz auf. Mit acht weiteren ausländischen Bahnrad-Assen wie dem Sprint-Weltmeister Theo Bos (NL) nahm er das Abenteuer Keirin-Rennserie in Japan in Angriff. Die Einladung kam von der japanischen Keirin-Förderation.

Doch nur hinfliegen, Rennen bestreiten - so einfach ist das dort nicht. "Am Anfang waren wir zwei Wochen richtig in einer Keirin-Schule. Dort mussten wir viel Theorie lernen, eben die Regeln. In Japan wird Keirin schon anders gefahren. Hier sind sechs Fahrer in einem Lauf, dort neun. Auch das Material ist für jeden Fahrer gleich, damit alle die selben Bedingungen haben", so der Schweriner.

Mini-Zimmer und Gemeinschaftsduschen
Als er in die Schule kam, fiel ihm erst einmal die Kinnlade runter: "Die Zimmer waren total mini, mit einem Bett, Schrank und Waschbecken. Ich wusste gar nicht, wo ich meine Sachen hinstellen sollte. Für alle gab es einen Essenssaal, Gemeinschaftsduschen und -toiletten. Es hatte alles ein bisschen Bundeswehr flair", berichtet der 29-Jährige. "So nach der Hälfte der Zeit habe ich gedacht, nee, das machst du nie wieder. Aber die letzten zwei, drei Wochen war es richtig gut und ich würde jeder Zeit wieder hinfliegen", sagt Nimke.

Am Ende der zweiwöchigen theoretischen Ausbildung stand eine Prüfung. "Die musst du machen, um überhaupt die japanische Lizenz zu bekommen. Du bist dort die Zeit so richtig Profi. Auch ohne Arbeitserlaubnis geht nichts. Das Preisgeld muss man dort versteuern. Die ersten zwei Wochen hast du alles umsonst. Danach musst du für deinen Lebensunterhalt selbst aufkommen."

Bei Rennen von der Außenwelt abgeschnitten
Die Keirin-Rennserien, die an Orten in ganz Japan stattfinden, sind alle auf fünf Veranstaltungen ausgelegt, die jeweils vier Tage dauern. Und während dieser Renn-Zeit waren die Fahrer buchstäblich eingebuchtet. "Da kamst du dir vor wie im Knast. Wir waren zu viert auf einem Zimmer, da standen nur die Betten. Ein kleiner Raum mit Kühlschrank diente zum Aufenthalt. Von der Außenwelt waren wir vollkommen abgeschnitten, durften kein Handy oder Laptop benutzen", so der Teamsprint-Olympiasieger.

Und das aus gutem Grund. Denn die Keirin-Rennen gehören in Japan zum Glücksspiel, da kann ordentlich Geld verwettet werden. Um jegliche Manipulation auszuschließen, werden die Fahrer abgeschottet. "Ich weiß nicht, ob oder wie auch immer auf mich gesetzt wurde. Die Quoten hast du zwar gesehen, aber ich habe da nicht durchgeblickt", gab der zweifache Familienvater zu. Keirin (Kampfsprint) hat in Japan eine riesige Tradition, von diesen Rennen berichten "vier, fünf Fernsehkanäle live".

Neben Antrittspauschale gibt’s auch Preisgeld
Nicht nur die Wetter können abkassieren. Für die Akteure gibt’s neben der Antrittspauschale auch Preisgeld. "Bei einer Veranstaltung liegt das Minimum bei etwa 1200 Euro umgerechnet, maximal kannst du 7000 Euro einfahren", erklärt der Mecklenburger. Und das alles mal fünf, da kommt ein nettes Sümmchen zusammen.

Am ersten Tag wird die Ausrüstung genauestens gecheckt. Die folgenden drei Tage steht dann das Sportliche auf den bis zu 500 Meter langen Betonbahnen im Freien im Vordergrund. Immer drei Ausländer waren bei einem Event, sind aber nie, bis aufs mögliche Finale, in einem Lauf gefahren. So umgeht man mögliche Absprachen. Insgesamt gab es jeden Tag elf Läufe, aber jeder Fahrer hatte nur einen. "Du wartest stundenlang nur auf diesen einen Start. Mit Bahntraining oder warmfahren war da nicht viel", erzählt der zweifache Familienvater, der bei seinen fünf Veranstaltungen zweimal ins Finale fuhr. "Die Japaner halten auf der Ziellinie richtig rein. Hier wirst du bei einem Kopfstoß oder ähnlichem gleich distanziert oder qualifiziert. Dort gibt es eine Geldbuße oder Strafpunkte, die sind aber so minimal, dass die Japaner das in Kauf nehmen, dafür aber eine Runde weiterkommen und höheres Preisgeld verdienen. Ich bin froh, dass ich das ganze sturzfrei überstanden habe."

"Wiege das erste Mal seit Jahren unter 90 Kilo"
Zwischen den Veranstaltungen "habe ich Kraft- und Straßentraining gemacht. Aber so oft ging das auch nicht." Das macht sich jetzt bemerkbar. "Ich wiege das erste Mal seit Jahren unter 90 Kilo, da ich viel Muskelmasse verloren habe. Mein Wettkampfgewicht liegt bei 94 bis 96 Kilo."

Von daher heißt es für Stefan Nimke erst einmal wieder in Form zu kommen. Die deutschen Meisterschaften nächste Woche sieht er daher auch nicht als Maßstab. Da überlegt er sowieso, in welchen Disziplinen er startet. "Das werde ich in den nächsten Tagen merken, wo es Sinn macht", so das Bahnrad-Ass, dass seit gestern in Berlin zum Bahntraining ist.



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<table border="0" class="position" > <tr> <td><p>Alles über Stefan Nimke Bahnradsportler Olympiasieger in Schwerin </p><hr /></td> </tr> <tr> <td><h1>Olympiasieger Stefan Nimke aus Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) stellt sich vor</h1></td> </tr> <tr> <td><p>Olymiasieger, Weltmeister, Bahnradsport, Deutscher, Meister, Stefan, Nimke, Vorbild, Spitzenathlet, Olympia, WM, Weltmeisterschaften, Weltcup Schwerin, Rostock, Mecklenburg, Vorpommern, Deutschland, Norddeutschland, sportlich, interessant, attraktiv, schnell, rasend </p></td> </tr> <tr> <td><p>Alle Informationen zum Spitzensportler Stefan Nimke Habe für jede Runde ein Bild im Kopf Stefan Nimke ist einer der erfolgreichsten deutschen Bahn-Radsportler. Bei den Olympischen Spielen in Athen gewann der 1000-Meter-Weltmeister von 2003 gemeinsam mit Jens Fiedler und René Wolff die Goldmedaille im Teamsprint und holte sich über 1000 Meter Bronze. Der 27-Jährige arbeitet seit etwa zwei Jahren mit dem Sportpsychologen Klaus Egert zusammen. Im Interview mit sport.ARD.de spricht er über seine Erfahrungen. Stefan Nimke, einer der schnellsten Männer auf der Bahn und im letzten Jahr Weltmeister, bereitet sich im Schatten der Tour de France akribisch auf die bevorstehenden Olympischen Spiele vor. 1000-Meter-Mann, kleine Rundfahrt in Mecklenburg-Vorpommern. </p></td> </tr> <tr> <td><p>Bahnradsportler die vorolympische Saison. Ein letztes großes Kräftemessen vor den Olympischen Spielen Für den Schweriner Bahnradsportler Stefan Nimke, Olympiasieger 2004, geht es um eine erfolgreiche Saison und Medaillen bei der Bahn-WM Kennenlernen des Rad-Ovals bei den vorolympischen Test-Wettbewerben. Die langfristigen Planungen gehen schon in Richtung Olympia. Man versucht optimale Trainingsbedingungen im vorolympischen Jahr zu schaffen. Die kurzfristige Planung zielt dagegen auf die im Spät-Herbst beginnende Weltcup-Saison, Denn bei den Weltcups qualifizieren wir uns für die WM. Im Oktober stand daher erst einmal Grundlagenausdauer in einem Trainingslager an. Stefan Nimke zu den Herausforderungen Für den Athleten vom Sprintteam Schwerin geht es aber ebenfalls darum, erst einmal eine erfolgreiche Qualifikation für Peking zu schaffen. Das primäre Ziel ist zunächst, dass ich dabei bin, denn der Nachwuchs mit Maximilian Levy oder Michael Seidenbrecher sitzt einem im Nacken. Wenn ich aber in Peking bin, möchte ich auch eine Einzelmedaille Rad-Ass zu seinen olympischen Zielen. An die Zeit nach dem Bahnradsport denkt der Schweriner allerdings auch Der Übergang in das zivile Leben wird da schon erleichtert. Doch zunächst gelten alle Anstrengungen den Olympischen Spielen 2008. </p></td> </tr> <tr> <td><a href="http://www.mv-soft.de" title="mv-soft Ltd. internet programmierung">www.mv-soft.de</a></td> </tr> <tr> <td> <a href="internet/sitemap.php5?gowww=stefan-nimke.de&amp;gofirma=Stefan_Nimke" title="Sitemap">Sitemap</a></td> </tr> </table>